Andre Rieder

Andre Rieder

Gestern Abend strahlte SF eine sehr umstrittene Doku aus. In dieser rund 51 minütigen Doku wird ein Mann gezeigt, welcher sich für den Freitod entschied. Fast bis zur letzten Minute begleitete ein “Filmteam” André.

Genauer gesagt handelt es sich bei diesem Mann um André Rieder (56). Er entschied sich vergangenen März für den Freitod mit EXIT. EXIT ist ein Schweizer Verein, der sich für die Sterbehilfe einsetzt. Vergangenen November willigte dieser Verein ein Herrn Rieder zu begleiten. Am Abend des 1. Dezembers 2010 hat sich André Rieder mit Hilfe der Sterbehilfeorganisation das Leben genommen.

Als ich anfangs Woche die Pressemitteilung von SF las, war ich zuerst geschockt, dass man so etwas überhaupt ausstrahlt. Doch je länger ich nachdachte, merkte ich, dass auch dieses Thema kein Tabuthema in unser Bevölkerung sein darf.

Gestern Abend schaute ich die Doku und musste im Nachhinein sagen, dass die Macher eine sehr würdige Dokumentation zusammenstellten.

André trifft sich in den letzten 14 Tagen mit seinen Freunden das letzte mal. Niemand der Freunde unterstützt seine Entscheidung, aber sie akzeptieren diese. Klar, dass es bei jedem Abschied sehr emotional wird. André hingegen bleibt völlig ruhig und verabschiedet sich wie wir dies sonst auch tun. Diese Szenen wirken jeweils sehr skurril.

Der emotionalste Teil beginnt ab der Minute 42. Er sagt seiner Lebenspartnerin tschüss und verbringt den letzten Nachmittag/Abend mit seinem besten Freund. Es sind die letzten Stunden und Minuten bevor er einen Cocktail zu sich nimmt, welcher ihn einschlafen lässt und die Atmung und das Herz aussetzen lassen.

DOK vom 17.02.2011