Auch Schwyz will zwischen Goldau und Brunnen einen Tunnel (Urmiberngtunnel). (Bild: Kabeleinzug bei Bodio)

Auch Schwyz will zwischen Goldau und Brunnen einen Tunnel (Urmiberngtunnel). (Bild: Kabeleinzug bei Bodio)

Der Gemeinderat Schwyz verlangt eine schnelle Planung und Realisierung des Urmibergtunnels als Neat-Zufahrt.

Drei zentrale Anliegen bringt der Gemeinderat Schwyz in seiner Vernehmlassung zum Sachplan Schiene und dabei insbesondere zu Fragen der künftigen Neat-Führung im Talkessel Schwyz an. Er fordert eine rasche Planung und Realisierung des Urmiberg-Bahntunnels. Er fordert die Aufrechterhaltung des heutigen Regionalverkehrsangebotes auf den SBB-Stammlinien. Und er verlangt wirksame, nachhaltige Massnahmen zum Schutz vor Lärm- und Erschütterungsemmissionen durch die vermehrte Raumbeanspruchung des Bahntransitverkehrs. Alle Forderungen der Gemeinde Schwyz haben einen inneren Zusammenhang und können mit dem Hauptanliegen – nämlich der Verlegung der Neat-Zufahrtslinie durch den Talkessel Schwyz in den Urmiberg – erfüllt werden.

Ein Bau des Urmibergtunnels sei für die Region von grösster Wichtigkeit, hält der Gemeinderat Schwyz in seiner Stellungnahme fest. Eine terminliche Zurückstellung dieses Projektbestandteiles sei deshalb entschieden abzulehnen; Axen- und Urmibergtunnel müssten unter allen Umständen erstens so schnell wie möglich und zweitens auf jeden Fall gleichzeitig in Betrieb genommen werden. Eine solche Massnahmen- und Umsetzungsplanung sei aus verschiedensten Gründen unabdingbar. Die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels in rund fünf Jahren werde eine erhebliche Belastungszunahme entlang der SBB-Stammlinie verursachen: „Der verstärkte Güterverkehr führt im ganzen Talkessel Schwyz von Brunnen bis Goldau zu einer weiteren Reduktion der Wohn- und Lebensqualität. Eine optimale Auslastung des Neat-Basistunnels ohne die Realisierung der Zufahrtslinien ist und bleibt für die betroffenen Gemeinden und Ortschaften nicht akzeptabel.“

Für den Bau der beiden Bahntunnels am Urmiberg und am Axen sprechen auch andere regionalpolitisch höchst bedeutsame Aspekte. Das Regionalverkehrsangebot auf der Schiene und die Anbindung an den überregionalen und nationalen Bahnverkehr muss mindestens auf dem heutigen Stand garantiert werden. Dies ist jedoch nur mit Kapazitätsausbauten möglich, ist die SBB-Stammlinie doch jetzt schon voll ausgelastet. Deren Ausbau – beispielsweise durch ein drittes Gleis – mitten durch die Dörfer Goldau, Steinen und Seewen stellt für den Gemeinderat Schwyz absolut keine taugliche Variante dar, um den steigenden Güter- und Personenverkehr zu bewältigen.

Die Bauphase wird den Talkessel Schwyz über viele Jahre hinweg beeinflussen. Wegen der speziellen Topographien werden die Grossbaustellen nicht nur einsehbar sein; die Lärm- und Staubausbreitung wird im Wohn- und Arbeitsraum ebenso wie in den angrenzenden Naherholungsgebieten spürbar. Diesen besonderen Aspekten ist ab Beginn der Planung – beispielsweise schon beim Standortentscheid für die Installationsanlagen – gebührend Rechnung zu tragen. Der Gemeinderat Schwyz fordert überhaupt „eine möglichst umweltverträgliche Abwicklung der Bauarbeiten auf der Neat-Zufahrtsstrecke mit dem Urmiberg- und Axentunnel sowie der ebenerdigen Querung des Felderboden“. Diese Zielsetzung gilt im Übrigen nicht allein für die Planungs- bzw. Realisierungsphase: Für den gesamten Bahnkorridor seien umfassende Lärmschutzmassnahmen zu realisieren, um die Ausbreitung des Bahnlärms wirksam zu stoppen und die gute Lebensqualität im Raum Schwyz – Brunnen zu erhalten.

Weiter Informationen findest du in der Dokumentation “Entwicklungsachse Urmiberg“.