
MacBook Pro mit Retina-Display
Gestern Abend fand eine weitere Apple KeyNote statt. Wie immer wurde im Internet intensiv darüber gestritten, was Apple an diesem Abend präsentieren wird. Nun wissen wir es. Es handelt lediglich um iOS und MacBooks Pro und Air. Die gestrige KeyNote enttäuschte viele. Viele Investoren und Apple-Fans sind abgesprungen. Ganz ehrlich, was Apple gestern präsentierte war hauptsächlich teuren, gut aussehenden Schrott. Apple scheint die beste Zeit hinter sich zu haben.
Hat Apple die beste Zeit hinter sich?
Ich glaube, dass Apple die besten Zeiten in den vergangenen Jahren, nach dem Start des iPhones hatte. Spätestens nach dem iPad kam nichts weltbewegendes mehr. Apple scheint nicht mehr mit der Zeit zu gehen.
Nach wie vor gewinnt Google mit grossen Sprüngen Marktanteile im Bereich der Smartphones. Auch im Tablet-Bereich ist Apple langsam aber sicher daran Marktanteile abzugeben. Spätestens mit den tablet-fähigem Windows 8 werden Tablets massen-tauglich. Nun scheint es sich Apple bei den treusten Fans ebenfalls zu verspielen. Was gestern präsentiert wurde ist für Apple mehr als peinlich.
Apple hat nichts davon erfunden
Apple schaffte es auch gestern viele bekannte Dinge als Neu, Revolutionär und irgendwie als Apple-Erfindung darzustellen. Einerseits präsentierte Apple einen deutlich schnelleren Speicher und 10-mal schnellere Schnittstellen als USB 2.0. In Wirklichkeit handelt es sich dabei lediglich um eine SSD-Platte und um zwei USB 3.0 Schnittstellen. Bei solchen Prahlerei von Apples Seite bekomme ich das Kotzen.
Retina-Display
Ich muss Zugeben, dass Retina-Display mit einer Auflösung von 2880 auf 1800 Pixel ist sicherlich etwas Neues, dass die Welt bisher noch nicht gesehen hat. Doch die vielen Nachteilen von solchen riesigen Auflösungen hat Apple verheimlicht. Jürgen Vielmeier von Basicthinking meint dazu, dass hohe Auflösungen zwar niedlich sind, doch dies ihn beim neuen iPad alles andere als vom Hocker gerissen hat. Zudem ist der Aufpreis für das Retina-Display mit 400 Fr. ziemlich happig.
Wahrscheinlich ist den Wenigsten bewusst, dass sämtliche Programme, Homepages und Videos (im Internet) gar nicht für diese Auflösung erstellt wurden. Bei den Programmen wird man die Lupe benötigen, um im Internet zu browsen wird man extrem treffsicher mit der Maus sein müssen und die Videos haben trotzdem nicht eine höhere Auflösung. Mit der neuen Auflösung hat man also mehr Probleme als Selbstbefriedigung.
Einen tollen Artikel zur Webentwicklung mit dieser neuen Auflösung hat Namics heute veröffentlicht. Namics kam zum Entschluss, dass es praktisch keine Möglichkeit gibt, um Websites ebenfalls für eine solch hohe Auflösung zu erstellen.
Preis
Nun kommen wir doch noch zu einem bahnbrechend Neuigkeit. Wo bekommt man sonst einen Laptop für 3 000 Fr.? Welcher normale(!!!) Bürger kauft sich ein Laptop für MINDESTENS 2 500 Fr.? (MacBook Pro 15″ mit Retina-Display)
Selbstverständlich kann das Gerät noch teuer erweitert werden. So kostet die minimale Erweiterung des 2,6 GHz Quad-Core Intel Core i7 Prozessor von 2,6 auf 2,7 GHz stolze 280 Fr. Die Verdoppelung der 8 GB RAM auf 16 GB kostet 220 Fr. Die SSD-Erweiterung von 512 GB auf 768 GB rekordverdächtige 550 Fr.! 89 Fr. wird für den Apple USB SuperDrive Laufwerks-Anschluss verrechnet. Der Thunderbolt Display-Port kostet freche 1 100 Fr. Selbst mein kleines Netbook für 400 Fr. bietet einen Display-Ausgang, welcher ebenfalls eine beachtliche Auflösung her zaubert.
Wer das MacBook Pro mit der bestmöglichen Konfiguration und den nötigsten Adapter möchte, der bezahlt gut 5 700 Fr. und hat einen Laptop für 3 bis 5 Jahre. Da beziehe ich mir lieber jährlich das neuste Modell von anderen Herstellern.
Netzwerkanschluss gibt es nicht mehr inklusive
Sicherlich kann man heute darüber streiten, ob man heutzutage an einem Notebook noch einen Netzwerkanschluss benötigt. Ich bin der Meinung ja, schliesslich ist das kabelgebundene Netzwerk nach wie vor deutlich schneller und weniger störanfälliger. Auch heute gibt es in vielen Wohnungen nicht überall Wireless, sprich guten Wifi-Empfang. Solche Anwender sind nun gezwungen einen AccessPoint, sowie einen Adapter für das Laptop zu kaufen. Somit kommen nochmals ca. 150 Fr. dazu.
Und ab morgen kommt der Blick nicht mehr als Papierform, sondern als PDF nachhause. Es hat ja sowieso jeder einen Drucker und Papier zuhause und ansonsten kauft man sich halt einen! Tss…
iOS 5 + 1
Ganze zwei Bits mussten die iOS-Programmierer tauschen, damit das Display iOS 6 anzeigt. Ganz ehrlich, ansonsten bringt die Version 6 von iOS so gut wie gar keine neuen Features mit. Wie immer hat man (ein wenig) am Design geschraubt und verkauft es als neu. iOS 6 holt lediglich gewisse Dinge nach, welche andere Mobile OS, wie Android, bereits besitzen. Die iOS Baustellen hat man elegant übersehen. Schliesslich müssen irgendwann wieder Updates beim Anwender eintreffen, welche ihm Dinge verbessern und er anschliessend stolz auf seine Apple-Programmierer ein kann.
Hochauflösende Luftaufnahmen… eine Philosophie von Apple
Gestern wurde an der Apple KeyNote auch einige hochauflösende Luftaufnahmen von Sydney und San Francisco gezeigt. Denn neu will man nicht mehr auf Google Maps setzen, da man von Google auf dem Smartphone-Markt verdrängt wurde.
Selbstverständlich befand sich das Test-Gerät von Apple während der KeyNote im Wireless. So war es problemlose möglich die grosse Datenmenge innert kürzester Zeit zügig zu beziehen. Doch wie funktioniert das ohne Wireless? Geschweige denn bei uns, in den Bergen, bei EDGE Empfang? Und wie “hochauflösend” sind die Bilder ausserhalb der Megametropolen dieser Welt? Ich glaube da hat Google massiv bessere Aufnahmen weltweit!
Massenabfertigung
Apple versucht erneut ein Massenprodukt als Exklusivität zu verkaufen. Damit diese Exklusivität nicht verschwindet und Apple plötzlich nicht mehr cool ist, wird der Preis wieder hoch gehalten. Ausserdem versucht Apple mit den neuen Geräten etwas Altes zu verkaufen. Oder könnt ihr mir sagen, was an den neuen Laptops wirklich “sooooooo” neu ist?
Kunden weltweit enttäuscht
Im Internet wird die “Wut” von vielen alten Apple-Fans immer grösser. Sie beklagen sich, dass Apple seit ca. zwei Jahren keine Novitäten mehr präsentierte.
Auch die Investoren scheinen von gestern Abend enttäuscht zu sein. Die Aktie legte am Morgen zunächst noch zu. Als die KeyNote zu Ende ging, scheinen viele Investoren auszusteigen. Die Aktie viel um mehrere Prozentpunkte und schloss am Abend mit einem Minus von 1,6%
Gestern Abend fehlte Apple definitiv der berühmte Satz von Steve Jobs: “There’s one more thing.”


